HITLERS VOLK - EIN DEUTSCHES TAGEBUCH
Episode 1: Macht & Terror (1933-1935) | Episode 2: Angst & Ausgrenzung (1936-1938) | Episode 3: Krieg & Verbrechen (1939-1941) | Episode 4: Überleben & Untergang (1942-1945)
Autor & Regie:Eva Röger | Daniel Ast | Jürgen Ast
Redaktion:Jens Stubenrauch | Rolf Bergmann | Ilka aus der Mark | Gabriele Trost | Mark Willock | Michaela Herold | Andrea Besser-Seuß
Länge:4 x 54' | 2 x 90' | World Sales: NEW DOCS
Produzent:Daniel Ast | Jürgen Ast
Koproduktion:astfilm productions | RBB | SWR | Radio Bremen | MDR // ARD // in association with HISTOIRE TV
Im Mai 2025 jährt sich zum 80. Mail der Sieg über die Deutschen im II. Weltkrieg und das Ende der NS-Herrschaft. "Ich habe es von ganzem Herzen herbeigesehnt." – schreibt die 20jährige Ortrun Koerber in ihrem Tagebuch. Inge Thiele (anonymisiert), eine begeisterte Nationalsozialistin, die ihr erstes Kind erwartet, notiert: "Das ist das Ende des Dritten Reiches, an das wir geglaubt haben. Vielleicht geht es besser ab, als wir glauben." Willy Cohn, seine Frau Trudi und die beiden Töchter Susanne und Tamara erlebten das Kriegsende nicht, sie wurden im November 1941 von den Nazis ermordet... 14 Tage vorher schrieb Cohn in sein Tagebuch: "Wir müssen die Wohnung räumen und werden voraussichtlich verschickt werden. Gott wird uns schon helfen!"
12 Jahre, 3 Monate und 8 Tage währte die NS-Zeit. Wer waren die Menschen, die Adolf Hitler 1933 wählten, nicht wählten, ihm vertrauten oder ihn verachteten, die wieder Stolz empfanden für sich als Deutsche, die den eigenen Vorteil sahen oder begannen, um ihr Leben zu fürchten? Wer waren sie 1939 als der Krieg begann? Wer waren sie 1945 als er endete?
Tagebücher und Briefe erzählen in "Hitlers Volk – Ein deutsches Tagebuch" vom Leben der Deutschen im Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945. Acht Lebenslinien, acht Schicksale aus Deutschland: Der Dresdner Hitlerjunge Franz Schall, die Würzburger Schülerin Ortrun Koerber, der Breslauer Lehrer Willy Cohn, der Funktionär im Reichsarbeitsdienst Egon Oelwein, die Hamburger Hausfrau Luise Solmitz, der Wittlicher Gastwirt Matthias Mehs, eine Gärtnerin und ein Wehrmachtssoldat. Acht Leben im Nationalsozialismus, zwischen euphorischer Gefolgschaft, Karriere, Zerrissenheit, Anpassung, Verzweiflung und Tod.
Die Tagebuch-Notizen erzählen von Schicksalsschlägen und Glücksmomenten: von Jugend und Chancen, Sehnsucht, Ausgrenzung, drohender Deportation. Vom ersten - noch zögerlichen - Hitlergruß, von "Ariernachweisen" und Tanzstunden, von Gestapo-Bespitzelung, von Hunger und Liebe. Und vom Wegschauen, vom Schweigen, der Schuld. Sie beschreiben, wie der Krieg "nach Hause" kommt, erzählen von den Bunkernächten, dem "nur noch Überleben" wollen. So entsteht eine Erlebnisgeschichte aus der Unmittelbarkeit des Tages und der Situation der Zeit heraus. Alle leben im Heute, keiner kennt das Morgen. Das Schicksal ereignet sich vor dem Hintergrund der Geschichte. In den Lebensgeschichten spiegeln sich die historischen Ereignisse.
Der Graphic Novelist Vincent Burmeister "übersetzt" die Tagesbuch-Eintragungen in Szenen, gibt den Momenten des Erlebens eine emotionale Qualität. Es entstehen "Erinnerungsbilder", die ein Ausdruck der Selenlandschaften der Protagonistinnen und Protagonisten sind.